Zweifellos bedeutet jeder Steinbruch einen Eingriff in die Natur. Aber das heißt nicht, dass sie darunter zu leiden hätte. Ein schönes Beispiel ist der Uhu, der im Steinbruch seinen verloren gegangenen Lebensraum wiederfindet und – mitten im Sprengbetrieb – seinen Nistplatz hat.

Auch andere selten gewordenen Tiere und Pflanzen haben unseren Steinbruch zu ihrem Zuhause erklärt und machen ihn zum Pilgerziel für Entomologen, Ornithologen, Botaniker und andere Naturfoscher, die wir immer wieder in unserem Werk willkommen heißen.

So haben wir längst unsere Lagerstätte als wichtiges Biotop begriffen, dessen wirtschaftliche Nutzung keinen Gegensatz bildet. Für unseren existentiellen Rohstoff ist die Natur unser einziger Lieferant – klar, dass wir ihn gut behandeln.

Wir gewinnen unseren Kalkstein durch Sprengung. Aus Rücksicht auf die Anwohner werden dabei die einzelnen Sprengfüllungen im Tausendstel-Sekunden-Abstand gezündet, um die Bodenerschütterung auf ein Minimum zu reduzieren. Beim Transport auf dem Werksgelände reduzieren Sprenkleranlagen die Staubentwicklung auf ein Minimum. Die Lieferung erfolgt in geschlossenen Behältern über Straße oder Schiene, wobei uns die Nähe zum Verbraucher als regionalen Anbieter auch ökologisch wertvoll macht.

Wir arbeiten weder emotions- noch emmissionslos. Wir machen Dreck, Staub, Lärm und Sprengerschütterung – aber auf weltmeisterlich niedrigem Niveau.

In der Klimadiskussion nehmen die Kalkbrenner eine wichtige Rolle ein. Denn um aus Kalkstein (CaCO3) Kalk (CaO) zu machen, muss das natürliche Kohlendioxid (CO2) aus dem Stein getrieben werden. Das geschieht seit Tausenden von Jahren auf die gleiche Weise: indem der Stein gebrannt wird. Das mineralisch gebundene CO2 entweicht dabei in die Luft, und übrig bleibt der weiße Branntkalk.

 

 

Kalk ist also wie das Gelbe vom Ei: Um daran zu kommen, muss es vom Eiweiß getrennt werden, und zwar möglichst ordentlich. Das bedeutet für uns: Je mehr Kohlendioxid wir aus dem Stein holen, desto besser machen wir unseren Job.

Dass Kohlendioxid dem Klima zu schaffen macht, ist bekannt. Und dass jeder Sorge tragen sollte, möglichst wenig davon zu produzieren, ist die richtige Schlussfolgerung. Deshalb sparen wir an CO2, wo immer wir sparen können: mit unseren hocheffizienten, supermodernen Brennöfen zum Beispiel, die weit weniger Schadstoffe in die Luft pusten als herkömmliche Anlagen, mit der bedarfsnahen Produktion und mit umweltfreundlichen Lieferwegen. Aber an Qualität und Reinheit unserer Produkte zu sparen, hieße, Eiweiß in die Mayonnaise zu schummeln.

 

 

Kreislauf des Kalks
Kreislauf des Kalks

Kalk unterliegt einem faszinierenden chemischen Kreislauf, der die beteiligten Stoffe Calcium, Wasser, Kohlenstoff und Sauerstoff zu einem ewigen Zusammenspiel vereint. Zählt man die Energie hinzu, die beim Brennen aufgewendet und beim Löschen des Kalkes freigesetzt wird, trifft man auf die berühmten 4 Elemente, die seit der griechischen Philosophie alles Sein erklären: Feuer, Erde, Wasser, Luft.

Ganz praktisch betrachtet zeigt der Zusammenhang, dass Kalkprodukte wie Mörtel und Putze beim Aushärten jenes Treibhausgas neutralisieren, das zu ihrer Herstellung beim Kalkbrennen in die Luft gelangte.