20.09.2007

Kunst zu Füßen riesiger Silos. Natursteine neben exotischen Anpflanzungen. Fotos und Texte über gute Taten. Auf seinem Gelände in Hahnenfurth veranstalteten die Kalkwerke Oetelshofen, letzter Kalkbrennbetrieb im Dornaper Revier, am Wochenende sein Stiftungsfest. Die Stiftung wurde 2000, zum 100-jährigen Firmenjubiläum, ins Leben gerufen, mit dem Zweck, in der Region Menschen zu unterstützen, Kunst, Kultur, Religion, Jugend- und Altenhilfe zu fördern. Eine Dokumentation vermittelte einen kleinen Einblick in die Stiftungsarbeit im Kreis Mettmann und in Wuppertal. Zum Highlight des Stiftungswochenendes zählte die "Kunst in der Schmiede" mit Künstlern aus der Region. Neben altem Amboss und einstiger Feuerstelle und in urigen Nebenräumen feierte die Ausstellungsreihe bereits ihr Zehnjähriges. Cornelia Martin Garcia zeigte vornehmlich Kleinplastiken mit Tiermotiven aus Marmor, Alabaster und Speckstein. "Egal, wo ich bin, ich habe immer die Augen offen für ausgefallene Steine", sagte Anup Ben Dixon, dessen Halsschmuck-Unikate ins Auge stachen. In den Preziosen verarbeitete er böhmische Glasperlen, gebänderte Achate aus Tibet, Glasperlen aus römischer Zeit, altes Silber aus dem Jemen. Bernd Bähner stellte sehr malerische Landschaftsbilder und figürliche Darstellungen aus. Die plastischen Keramiken von Christine Atmer de Reig waren ein optisches Vergnügen. Der Blickfang schlechthin war ein hölzernes Pendel, aus alten Tisch- und Schrankplatten, von Björn Borgmann. Etwa 1,50 mal 0,90 Meter groß, hing es an einem Hanfseil vom Gebälk herunter. Es wird auch künftig im Unternehmen zu sehen sein, möglicherweise in einem besonderen Raum.

"Vielleicht mit Sand darunter wie bei dem foucaultschen Pendelversuch", sagte Firmenmitinhaber Jörg Iseke, der das Werk erwarb. In seinen Bildern, zum Teil ausgestellt in Räumen von Isekes Natursteinfirma 'BioTopic' hat Borgmann Szenen im Steinbruch festgehalten. In den Räumen verzauberten zudem filigrane Lumos-Objekte aus Vitan-Papier von Martina Lauterjung. Openair, vis-à-vis der überdeckten Talsperre, wo Firmengründer Oetelshofen ursprünglich mit seinem Steinbruch anfing, zeigte Jarallah Ghaidan seine Bilder. Unter dem Motto "Der Vogel, der Zeichen setzt" informierte Uhu-Experte Detlef Regulski mit faszinierenden Fotos über das Uhu-Projekt.

Das Stiftungswochenende fiel mit dem "Tag des offenen Steinbruchs" zusammen. "Keine Betriebsgeräusche an dem Tag. Nur der Uhu war zu hören", berichtete Jörg Iseke. Der Uhu brütet übrigens etwa zehn Meter neben dem Brecher. Aufgrund der großen Nachfrage sind die Touren im nächsten Jahr wieder im Programm.